Jan 23
Es gab einmal eine Zeit in der man mit seiner gekauften Hardware machen konnte was man wollte. Modding, Hacks, alles schien erlaubt. Heute ist dies nicht mehr so, wie der aktuelle Fall des PS3 Hacks zeigt, zumindest wenn versucht wird die Veränderungen öffentlich zu machen. Der in der Szene bekannte Modder/Hacker Geohot, aka George Hotz, der bereits erfolgreich Jailbreaks und Unlocks für das iPhone bastelte, hat nun auch Sony’s Videospiel-Plattform PS3 gehackt und die Anleitung dazu für jeden zugänglich im Internet veröffentlicht. Dabei zeigt er massive Sicherheitslücken der Konsole auf und wie diese umgangen werden können. Sony findet das gar nicht witzig und geht nun juristisch gegen Geohot vor. Nach Angaben des Elektronikgiganten hätten die Sicherheitsmaßnahmen der Playstation Millionen gekostet und der aus der Offenlegung entstehende Schaden sei kaum abzuschätzen. Der Konzern begründet seine Anschuldigungen mit Verstößen gegen den „Digital Millennium Copyright Act“, ein Gesetz, das die Industrie in den USA zur Sicherung ihrer Produkte und Patente auf politischer Ebene durchsetzte, sowie den weit schwerer wiegenden „Computer Fraud and Abuse Act“, der sich mit Sabotage von Hardware beschäftigt.

Die PS3 Hack News im Detail


Sony fährt hier große Geschütze auf, um eine drohende Welle von potentiellen Nachahmern abzuschrecken. Der Konzern fürchtet natürlich, dass es mit Veränderungen an der PS3 auch möglich wird, gebrannte Spiele und unerwünschte Programme auf der Konsole zu betreiben und das wäre schlecht für das Software-Geschäft. Unglücklich ist allerdings die Art und Weise, wie Sony hier gegen den Hacker vorgeht. Anstatt einzuräumen, dass die Sicherheitsmaßnahmen nicht ausreichend gewesen seien und aus den Fehlern zu lernen, werden die Hacker verteufelt und inquisitionsgleich gejagt. Sony wäre hier besser beraten gewesen Geohot und andere Hacker in die Entwicklung einer effizienteren Sicherheitsstruktur der PS3 mit einzubeziehen.

Derweil hat sich auch die Electronic Frontier Foundation eingeschaltet, eine Bürgerrechtsbewegung in den USA, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, die teilweise rigiden Nutzungsbedingungen (EULAs und DMCAs) von gekauften Elektronik-Produkten für die Endverbraucher zu entschärfen. Nach Auffassung der Organisation sei es ein Grundrecht der Bürger mit ihrer Hardware das zu tun, was sie selbst für richtig halten, Hacks und Modding mit eingeschlossen. Die Electronic Frontier Foundation hat in diesem Bereich einige Erfahrung, schließlich hat sie bereits die Legalisierung von Jailbreaks für das iPhones und andere Smartphones in den USA rechtlich durchsetzen können.

Ausblick & Fazit


Die ganze Geschichte bestätigt einen Trend, der sich bereits seit einigen Jahren im Elektronik-Sektor abzeichnet. Die Hersteller wollen immer mehr Kontrolle und Einfluss über ihre verkauften Produkte behalten. Als Folge davon erwerben die Kunden nicht ein Gerät und können es dann ihr Eigen nennen, vielmehr bekommen sie für ihr Geld lediglich eine Nutzungslizenz für die Hardware, die oftmals mit strengen Auflagen verbunden ist. Bei Software ist dies übrigens schon seit langem der Fall.
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